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Freitag, 30. November 2012

Tribute zu Miriam Makeba (Original Nov.2008)

Miriam Makeba, geboren 1932 in Johannisburg, erlebte noch ein Südafrika, wo man die Einheimischen in sogen. "Homelands" sperrte und als Farbiger keine Rechte hatte.

Nach verschiedenen musikalischen Experimenten gelangte sie in den 60-ern zum Erfolg. Damals lebte sie schon im Exil.

"Pata Pata" und der "Click-song" wurden Welthits.


Übersetzung der Ansage, soweit ich es verstehe:

"Das nächste Lied ist ebenfalls ein südafrikanisches Lied. Es ist ein Hochzeitslied der Xhosa. Überall, wo ich hinkomme, werde ich gefragt, wie ich dieses Geräusch mache. Ein wenig beleidigt sagte ich, das ist kein Geräusch, es ist meine Sprache. Aber ich erkannte, dass sie nicht verstanden, das Xhosa tatsächlich meine Sprache ist. Es ist eine geschriebene Sprache. Wir benutzen das gleiche Alphabet, sprechen aber einige Laute anders aus..."

Anschließend erklärt Miriam Makeba einige Laute und Wörter (Adamsapfel, Ei und Frosch) und macht einen Witz über die Kolonialherren ihres Landes, die das Lied "Click-Song" nennen, weil sie den Titel nicht in Xhosa aussprechen können.
Nelson Mandela gehört übrigens zum gleichen Volk wie Miriam Makeba, die sich nicht nur auf der Bühne einen Namen machte.

Miriam Makeba setzte sich mit Nachdruck für ihr Volk und für Menschenrechte ein. Wo immer es ihr möglich war, machte sie auf die Situation in Südafrika aufmerksam und kämpfte mit ihren Mitteln gegen die Apartheitspolitik Südafrikas. Sie erhielt für ihr Engagement zahlreiche Auszeichnungen.

"Mbube", bekannter als "the lion sleeps tonight"



Miriam Makeba begleitete u.a. Paul Simon bei seiner "Graceland"-Tour.

"Under african skies"


Miriam Makeba erlitt in Italien, auf der Bühne, einen Herzinfarkt und starb am 10.11.2008. RIP

Vorwiegend kohlrabenschwarz (Original Nov.2008)

Ich wundere mich ein wenig über mich selbst. Wieso fasziniert mich seit Neuestem Irish Folk so sehr? Ich glaube, neben dem Slang und der Instrumentierung, mag ich vor allem die Geschichten, die in den Songs erzählt werden und die Geschichte, die hinter den Geschichten steckt. Außerdem mag ich den schwarzen Humor (kann man das so nennen oder ist das Sarkasmus?) der durchscheint.


Irish Folk kann eine ganze Menge sein: patriotisch, sozialkritisch, pazifistisch, tragisch, sentimental, komisch, rebellisch...

Im Folgenden drei Songs mit Geschichte(n), gesungen von Luke Kelly. Sie haben inzwischen deshalb Geschichte, weil es sich in ihnen um Dinge dreht, die sehr viele Menschen berühren bzw. berührten.

Die verlinkten Texte stimmen nicht immer Wort für Wort mit dem Gesungenen überein!
"Black velvet band"

Ein junger Mann fällt auf eine schöne Frau herein, die sich als Taschendiebin erweist und ihm eine Uhr zusteckt, die sie vorher geklaut hat. Er wird verhaftet, verurteilt und nach "Van Diemens Land" gebracht.
Die früheste schriftliche Fassung des Liedes stammt scheinbar von 1837, die erste Aufnahme von 1907. Die Version von den Dubliners war 1967 sogar in den britischen Charts auf Platz 16.

Van Diemens Land heißt heute Tasmanien und gehört zu Australien. Die Insel war im 19. Jhrdt Strafkolonie. Die einheimische Bevölkerung, die sich unabhängig von den australischen Aborigenes entwickelte, wurde fast völlig ausgerottet.
Auch Nordamerika war Strafkolonie (etwa 50.000 Personen), sowie Australien selbst (bis zu 150.000 Personen).
Das Strafmaß betrug 7, 14 Jahre oder lebenslänglich und zwar schon für kleine Delikte. Besonders gerne wurden auch (irische) Rebellen und Unruhestifter abtransportiert. Auf die Gefangenen wartete ein bis zu 18 Stunden dauernder Arbeitstag und Züchtigungen.

Die Version die ich ausgesucht habe stammt von 1970 und zeigt Luke Kelly als Frontmann der Dubliners. Seine Art zu singen, dieser rebellische Ton, diese Überzeugung die rüberkommt, dieses Singen aus voller Seele und mit Herzbut gefällt mir sehr. Leider starb er schon 1984. RIP



"The auld triangle"

("The Banks of the Royal Canal") , ein wehmütig-getragenes a-capella-Stück, passt dazu hervoragend.
Es spielt im Gefängnis und erzählt von den Gedanken die einem Gefangenen durch den Kopf gehen und kleinen Beobachtungen. Das Lied hat ein Eigenleben entwickelt und exsistiert in zahlreichen Versionen. Gecovert wurde es u.a. von Bob Dylan.

Der Song wurde geschrieben von Brendan Behan, der mit 16 der IRA beitrat. Es scheint so, als hätte er den Liverpooler Docks einen explosiven Besuch abstatten wollen, wurde aber vorher gefasst und verbrachte dann einige Jährchen im Gefängnis. Nach seine Freilassung avancierte er zum Songwriter,(Theater-) Schriftsteller, Dichter und Journalist. Bemerkenswert ist, dass er auch in irisch-gälisch schrieb.
Je brühmter er jedoch wurde, desto tiefer versank er im Alkoholismus. Er starb 1964 im Alter von 41 Jahren.

Die ausgewählte Liveversion von "auld triangle" ist eine besonders beeindruckende.



Um 1840 herum, während der großen Hungersnot in Irland, begannen sich die Iren zu organisieren und Widerstand zu leisten, gegen die britischen Großgrundbesitzer, den Polizeiapparat usw.
Einer dieser zum Teil gewalttätigen Geheimbünde benannte sich nach einer "Molly McGuire", um die sich einige Legenden ranken, von denen niemand mehr weiß, was nun die Wahrheit ist.
Um 1870 herum gründete sich unter dem gleichen Namen eine Geheimorganisation von irischstämmigen Minenarbeitern in Pennsylvania. Die Minenarbeiter (ab einem Alter von 7 Jahren) schufteten für Hungerlöhne in der Dunkelheit, umgeben von Pulverdampf und Kohenstaub im Schlamm, nachdem man sie mit allerlei Versprechungen veranlasst hatte, ihre Heimat zu verlassen. Sie wollten menschenwürdigere Bedingungen in den Minen erzwingen und setzten neben Gewalt auch die Mittel des Streiks ein, wobei sicher nicht sämtliche Verbrechen dieser Zeit den Minenarbeitern angelastet werden können.
In die Gruppe wurde ein Detektiv eingeschleust, der genügend Material sammelte um am Ende die ganze Organisation zu zerschlagen.

19 Männer wurden exkommuniziert (no comment!) und gehängt. U.a. wurde ihnen Mord vorgeworfen. Heute wird die Täterschaft der "Mollies" angezweifelt.



Der Song ist relativ jung. Er wurde vom Duo Martin/Coulter um 1960 herum geschr
ieben
.

Einladung in einen Pub (Original Nov.2008)


Was wäre Irland ohne Dublin? Was wäre Dublin ohne Pubs? Was wären Pubs ohne Musik?
Okay...ladies and gentlemen...The Dubliners!
als erstes ein kleines, launiges Volkslied von einer alten Frau im Wald.


Die tolle Stimme gehört Ronnie Drew. "The King of Ireland" starb im August 2008. RIP
und nun "Dicey Reily" 


alle guten Dinge ... "Finnegan's wake"


Es geht, wie so oft, ums das Saufen und das Sterben.
Tim fällt betrunken von der Leiter und bei seinem Begräbnis, bei dem es "lustig" zugeht, zerschellt eine Flasche Whiskey (was sonst) und das edle Gesöff durchtränkt die Leiche. Das "Wasser des Lebens", wie die Iren sagen, verfehlt seine Wirkung nicht und es kommt zur Wiederauferstehung.
Das Lied war übrigens zuerst da! Das Buch von James Joyce bezieht sich auf das Lied.